Der Autor Patric Marino («Nonno spricht») performt berndeutsche Texte. Der Musiker Oli Kuster (Züri West, AEIOU, OKRA) spielt elektronische Musik. Zusammen machen sie schwerelose, elektrosphärische Poesie und nehmen uns mit auf eine Reise in den Süden. Mit dem Mut von Astronauten begehen sie neues Gelände, berichten von der Mafia, Matrosen und dem Meer und löffeln auch die schärfste Streichsalami aus. Auf ihrem Album «Die Astronauten» (2015) verknüpfen sie Literatur und Musik und feuern ein interstellares Sprachfeuerwerk ab.

Es beginnt mit einem Kinderspiel. Oli Kuster und Patric Marino reisen im Nachtzug nach Italien und stellen sich vor, sie seien Astronauten in einer Rakete. In ihren Stücken nehmen sie uns mit auf eine Reise in den Süden und begegnen dort der Mafia, einem Matrosen, der den Boden unter den Füssen verliert, Christoph Kolumbus und immer wieder dem Rössli von Rupperswil. Es geht um Klänge und Länder, vor allem aber um Geschichten von Menschen. In ihren Stücken verknüpfen Marino und Kuster diese einzelnen Teile zu einem überraschenden Gesamtbild des Südens und die Literatur mit elektronischer Musik. Das Aussergewöhnliche ihrer Electro Poetry ist, dass die Musik und die Texte gleichzeitig entstanden und gleichwertig sind. Es gibt keine Begleitung, sondern zwei Hauptakteure, die ihre Stimmungen gegenseitig aufnehmen und verstärken. Wir lauschen betörender Sprachmusik. Vorbild für die poetischen Geschichten sind unüberhörbar die italienischen Cantautori, Marino reiht sich aber auch in die Schweizer Spoken Word-Szene ein. Seine Sprache ist knapp und präzise, Kusters vielschichtige Musik bleibt stets transparent und lässt den Texten Raum, um nachzuhallen. Den verschwundenen Physiker finden sie auf ihrer Reise in den Süden nicht, doch wenn ihr Experiment gelingt, geben uns Die Astronauten eine Vorstellung davon, wie sich Schwerelosigkeit anfühlt.

Mit ihrem erfolgreichen Debütalbum «Die Astronauten» durchbrachen Die Astronauten 2015 die Schallmauer zwischen Literatur und Musik. Nach fast fünfzig Auftritten an Openairs, in Literaturhäusern, Musikklubs und im Kosmos starten die Astronauten mit neuen Songs und alten Synthesizern durch.

Oli Kuster ist Musiker und Astronaut. Seit Jahren tourt er durch Europa, spielt Piano und Keyboards, von Hip Hop über Jazz, Pop, Rock bis Elektro, zusammen mit Züri West, Mich Gerber, Gilbert Paeffgen und immer wieder in eigenen Projekten, wie seiner neuen Elektropop-Band AEIOU. www.olikuster.ch

Patric Marino ist Autor und Astronaut. 2012 erschien seine mehrfach ausgezeichnete Erzählung «Nonno spricht», er schreibt regelmässig Reportagen aus dem Süden (für NZZ am Sonntag, Das Magazin, Transhelvetica) und stürmt für die Schweizer Schriftsteller-Nati. www.literaturbuero.ch

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